Wie bei mir Geschichten entstehen, oder zwischen Kaffee, Chaos und Glitzerideen
- Johanna Winter

- 7. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit

Wie bei mir Geschichten entstehen
Ich wollte eigentlich nur kurz frische Luft schnappen,ganz harmlos und ganz entspannt, mit einer Tasse Kaffee und ein bisschen Ruhe noch ein paar Kräuter abzupfen. Tja, zwanzig Minuten später war die Hauptfigur plötzlich rosa, der Nebencharakter hatte einen Kaktus adoptiert, und auf Seite drei explodierte ein Marmeladenglas. Ja was soll ich sagen? So läuft das bei mir.
Ich plane nie lange voraus, ich schreibe auch nicht im stillen Kämmerlein mit dramatischer Musik im Hintergrund. Ich schreibe immer genau da, wo die Ideen mich erwischen und das ist momentan ziemlich oft draußen. Wie bei mir Geschichten entstehen, mitten im Chaos, zwischen Kaffeetasse, Notizbuch und der vagen Hoffnung, dass diesmal vielleicht kein Zauber entgleist, schreibe ich dann sofort alles in mein Notizbuch.
Meine Kreativität braucht keine Ordnung, sie braucht nur einen Glitzerknall.
Es gibt Autoren, die entwerfen erst mal wochenlang Handlungsbögen und Kapitelstrukturen. Ich gehöre defintiv nicht dazu. Ich lasse meine Figuren machen und die machen alles, nur nicht das, was ich eigentlich will.
Einmal wollte ich nur eine harmlose Szene schreiben, in der Fidelia eine Laterne anzündet, doch dann drei Sätze später, hatte sie versehentlich einen Wunschgeist heraufbeschworen, der partout nur in Reimen sprechen wollte und alle mit Sternenkonfetti einnebelte. Mit einem Grinsen im Gesicht, schreibe ich diese Zeilen, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen, denn das war zwar wundervoll, aber völlig unplan- und unberechenbar.
Und genau deshalb liebe ich das Ganze, denn manchmal braucht man keinen roten, sondern einen funkelnden Faden am besten mit Schleife und natürlich ganz viel Glitzer.
Kaffee rein, Chaos raus
Kaffee ist mein treuester Begleiter, das könnt ihr mir glauben, denn er fragt und urteilt nicht. Er bringt meine Gedanken zum Tanzen, meistens einen flotten Hexenwalzer. Und während ich die erste Tasse austrinke, haben sich meine Figuren längst selbständig gemacht, neue Pläne geschmiedet und die halbe Handlung neu dekoriert (mit Efeu, Zimtduft und ein bisschen Größenwahn).
Ich bin dann eigentlich nur noch die, die mitschreibt und hin und wieder ruft: „Nein, Fidelia, NICHT SCHON WIEDER EIN AUFRÄUMZAUBER!“
Und dann passiert es!
Der eine Satz, der alles verändert. Die eine Idee, die aus einer kleinen Szene ein Kapitel macht, oder gleich ein ganzes Buch.
Manchmal kommt sie beim Kaffee, manchmal im Gras, wenn ich so tue, als würde ich nur schnell was notieren. Und manchmal mitten in der Nacht, weil irgendjemand in meinem Kopf beschlossen hat, jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt für ein Feen-Wettfliegen mit Umleitung durch ein Spaghetti-Labyrinth.
Ich widerspreche da nicht mehr, ich schreibe einfach mit.
Was ich dabei gelernt habe
Geschichten sind keine To-do-Listen, denn sie sind wilde, bunte, glitzernde Wesen und ich hab die Ehre, sie auf Papier zu schreiben.
Und das mit Kaffee, Humor und mit einer ganz großen Portion Magie.

Danke Ihr Glitzerwesen da draussen fürs Lesen. Bleibt zauberhaft!



Es ist so amüsant, zu lesen, wie du schreibst. Dann zu schreiben, wenn einem die Ideen erwischen und das noch mit Glitzer oder funkeln, einfach zauberhaft. Da braucht es keine Ordnung, sondern einfach nur Glitzer und funkeln 🤩